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Best Practice: Psychische Gefährdungsbeurteilung bei der Stadt Wertheim mit Workey
Psychische Gesundheit ist auch in Einrichtungen des Öffentlichen Dienstes (ÖD) ein zentrales Thema. Die Stadtverwaltung Wertheim zeigt, wie Verwaltungen und öffentliche Einrichtungen mit der Befragungs- und Evaluationssoftware Workey eine Psychische Gefährdungsbeurteilung (GB-Psych) praxisnah umsetzen können.
Von der Vorbereitung über die Mitarbeiterbefragung bis zu den ersten Maßnahmen liefert dieses Praxisbeispiel wertvolle Impulse für andere Organisationen im ÖD. Wer vorab einen kompakten Überblick über die notwendigen Schritte erhalten möchte, findet in unserer 7-Schritte-Checkliste für die GB-Psych im ÖD eine praktische Orientierung.
Christian Fuhrken
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Inhaltsverzeichnis
Alles Wichtige auf einen Blick
Klare Kommunikation, maximale Transparenz und die Einbindung von Führungskräften sind entscheidend, um eine hohe Beteiligung bei Mitarbeiterbefragungen zu erzielen.
- Eine softwaregestützte Lösung wie Workey hilft dabei, Orientierung bei einer Mitarbeiterbefragung und GB-Psych zu bewahren, valide Fragen auszuwählen und die Ergebnisse ohne spezielles Know-how auszuwerten und zu interpretieren – egal ob im Öffentlichen Dienst oder in privatwirtschaftlichen Unternehmen.
Die Stadt Wertheim: 680 Beschäftigte und ihre Ziele
Die Stadt Wertheim im Norden Baden-Württembergs zählt rund 23.500 Einwohnerinnen und Einwohner. In der Stadtverwaltung und ihren Eigenbetrieben sind etwa 680 Beschäftigte tätig – von der Kernverwaltung über Bauhof und Abwasserbetriebe bis hin zu weiteren Außenstellen. Die Stadtverwaltung hat sich zum Ziel gesetzt, die psychische Gesundheit ihrer Beschäftigten zu stärken und gleichzeitig der gesetzlichen Pflicht zur GB-Psych nach §5 ArbSchG nachzukommen. Ziel für das Jahr 2025 war es, Belastungen und Ressourcen im Arbeitsalltag systematisch zu erfassen und daraus gezielte Verbesserungsmaßnahmen abzuleiten.
Psychische Gesundheit fördern: Herausforderungen der Stadtverwaltung Wertheim
Die Stadt Wertheim stand dabei vor mehreren Herausforderungen: Die unterschiedlichen Arbeitsbereiche – von der Verwaltung bis zum Bauhof – erforderten flexible Erhebungsmethoden, um alle Mitarbeitenden angemessen zu erreichen. Gleichzeitig spielten für die HR-Verantwortliche Ina Nolte Vertrauen und eine transparente Kommunikation eine zentrale Rolle, „denn das Thema psychische Belastung ist äußerst sensibel“, wie sie betont. Trotz der heterogenen Zielgruppen nahmen sich Ina Nolte und ihr Team vor, eine hohe Rücklaufquote zu erzielen, um einen umfassenden und verlässlichen Überblick über die Bedarfe und Belastungen der Beschäftigten zu erhalten
Umsetzung der Psychischen Gefährdungsbeurteilung
Nach einer sorgfältigen Marktsondierung fiel die Wahl auf IFBG und die Befragungssoftware Workey. Ausschlaggebend waren laut Ina Nolte folgende Aspekte:
Einfache und zeitsparende Umsetzung
Gewährleistung von Datenschutz und Anonymität sowie Datensicherheit
Kombination von digitalen und analogen Befragungen
Möglichkeit einer graduellen Vorgehensweise (zeitversetzte Befragung verschiedener Bereiche)
Begleitendes Fachwissen und die Beratung von IFBG
Und tatsächlich: Es konnten alle Mitarbeitenden einbezogen werden. Ende des Frühjahrs 2025 wurde zunächst die Kernverwaltung befragt. Im September 2025 waren dann die übrigen Bereiche an der Reihe, in denen viele Beschäftigte keinen PC-Arbeitsplatz haben. Daher wurden hier Printfragebögen zur Verfügung gestellt, die dann vom Personalrat eingesammelt und datenschutzkonform an IFBG versandt wurden. So konnte die GB-Psych umfassend durchgeführt und die psychischen Belastungen im Arbeitsalltag systematisch erfasst werden.
Mitarbeiterbefragung: Vorgehen und Auswertung
Die Umsetzung begann mit einer gründlichen Vorbereitung. Zunächst wurden relevante Fragen und Befragungsdimensionen im Workey-Tool ausgewählt. Dabei standen rund 250 Fragen zu 67 Themenfeldern aus dem Fragebogeninstrument EYE-Q zur Auswahl. Der Personalrat der Stadt Wertheim war von Anfang an eng eingebunden. Anschließend informierte das Projektteam um Ina Nolte die Führungskräfte über Ziele, rechtliche Aspekte und die notwendigen Maßnahmen, um eine gemeinsame Basis zu schaffen.
Eine Pilotbefragung in einem Referat diente dazu, den Fragebogen zu testen, offene Fragen zu sammeln und den Ablauf zu optimieren. Parallel fanden Briefings für die Mitarbeitenden statt, um Unsicherheiten zu beseitigen und Vertrauen aufzubauen. „Besonders wichtig war uns dabei die Kommunikation von Anonymität und Datenschutz, um Ängste abzubauen und ehrliche Rückmeldungen zu fördern“, sagt Ina Nolte.
Die Vollbefragung erfolgte anschließend in den bereits erwähnten zwei Schritten: In der Kernverwaltung digital über drei Wochen, in den Außenstellen wie Bauhof und Abwasserbetriebe über analoge Fragebögen, verteilt über die Hauspost. So wurde gewährleistet, dass alle Mitarbeitenden unabhängig von ihrem Arbeitsumfeld einbezogen wurden. Die Verfolgung der Teilnahmequoten in Echtzeit im Workey-Tool ermöglichte es dem Projektteam, noch während des Befragungszeitraums auf einzelne Führungskräfte zuzugehen, um die Befragungsteilnahme weiter zu erhöhen.
Ina Nolte
Fachbereichsleitung Personal, Bildung und Kultur, Stadt Wertheim
„Unser wichtigstes Learning: maximale Transparenz und Kommunikation. Nur wenn alle verstehen, warum und wie befragt wird, entsteht Vertrauen – und damit eine echte Basis für Veränderung. Die Befragungssoftware Workey und IFBG haben uns dabei optimal unterstützt. Man hat gemerkt, dass IFBG besonderes Know-how in Bezug auf Befragungen im ÖD hat.“
Ergebnisse und Erfolge der Befragung
Dank der Echtzeitauswertung von Workey konnte das Projektteam aber nicht nur die Teilnahmequoten live verfolgen, sondern auch sofort nach Befragungsende die zentralen Erkenntnisse und Handlungsfelder aus dem intuitiven Ergebnis-Dashboard in Workey ableiten.
Die Beteiligung zu beiden Befragungszeitpunkten war sehr erfreulich:
- Über 85 % Rücklaufquote in der Kernverwaltung
- Über 56 % Rücklaufquote in den Außenstellen
Die Ergebnisse wurden Ende Oktober 2025 in einem Townhall-Meeting vorgestellt, um Transparenz zu gewährleisten und gemeinsam mögliche Handlungsfelder zu diskutieren. Auf Basis der Befragungsergebnisse werden nun priorisierte Maßnahmen abgeleitet, die gezielt Belastungsschwerpunkte adressieren und die psychische Gesundheit der Beschäftigten langfristig stärken. Besonders hervorzuheben ist, wie die Stadt Wertheim durch Transparenz, kontinuierlicher Information und Einbindung aller Beteiligten Vertrauen schuf – von der Führungsebene bis zu den einzelnen Mitarbeitenden.
Fazit: Dieses Projekt zeigt eindrucksvoll, dass ein sensibler und komplexer Prozess erfolgreich gestaltet werden kann, wenn er strukturiert, kommunikativ und mit Unterstützung der obersten Führungsebene umgesetzt wird. Softwaregestützte Lösungen wie Workey helfen dabei, Orientierung bei einer Mitarbeiterbefragung und GB-Psych zu bewahren, valide Fragen auszuwählen und die Ergebnisse ohne spezielles Know-how auswerten und interpretieren zu können – egal ob im Öffentlichen Dienst oder bei einem privatwirtschaftlichen Unternehmen.