Frau sitzt vor einem Laptop und hält die Hände vor das Gesicht.

Great Resignation: Ursachen der Kündigungswelle und 5 Gegenmaßnahmen

Früher war es ein großer Schritt, den Job zu kündigen. Heute reicht oft ein Klick. Great Resignation war kein Zufall, denn die Arbeitswelt ist nicht mehr das, was sie einmal war. Strukturen lösen sich, Prioritäten verschieben sich. Die Frage ist nicht mehr, ob man gute Arbeitnehmende findet, sondern ob man sie halten kann. Diese Entwicklung wird nicht primär durch wirtschaftliche Unsicherheit, sondern vielmehr durch ein verändertes Selbstverständnis von Arbeit und dem Wunsch nach veränderten Arbeitsbedingungen beeinflusst.

In diesem Artikel erfahren Sie, warum immer mehr Beschäftigte ihren Job hinterfragen und mit welchen Maßnahmen Unternehmen verhindern können, dass wertvolle Mitarbeitende das Unternehmen verlassen.

Beitragsautor Bente Püschel

Bente Püschel

  • Great Resignation spiegelt den Wandel der Erwartungen an Arbeitsumfelder, Führung und berufliche Sinnstiftung wider. Für viele Unternehmen ergibt sich daraus die Notwenigkeit, bestehende Arbeitsmodelle zu überdenken und neue Wege der Mitarbeiterbindung zu entwickeln.

  • Auch in Deutschland beginnen immer mehr Beschäftigte, ihre Jobs und Karriereaussichten kritisch zu hinterfragen. Besonders in Branchen mit Fachkräftemangel drohen steigende Kündigungszahlen.

  • Unternehmen können dem entgegenwirken, indem sie vorbeugend Maßnahmen ergreifen, die die Mitarbeiterloyalität stärken.

Was bedeutet Great Resignation?

Die sogenannte Great Resignation beschreibt einen weltweiten Anstieg freiwilliger Kündigungen, der seit dem Jahr 2021 durch die Corona Pandemie verstärkt zu beobachten ist. Besonders deutlich zeigte sich dieser Trend in den USA: Allein im November 2021 erreichte die Zahl freiwilliger Kündigungen mit 4,5 Millionen Beschäftigten ein Rekordhoch. Great Resignation steht sinnbildlich für einen tiefgreifenden Wertewandel in der Arbeitswelt. Immer mehr Menschen kündigten nicht aus wirtschaftlicher Not, sondern aus innerer Überzeugung, selbst dann, wenn sie in sicheren Anstellungen waren.

Die Top 5 Ursachen der Great Resignation

Great Resignation ist kein Zufall, sondern das Ergebnis tieferliegender Veränderungen in der Arbeitswelt. Viele Beschäftigte hinterfragen heute grundlegender denn je, was sie sich von ihrem Job und ihrem Arbeitgeber erwarten. Fünf zentrale Ursachen treten dabei immer wieder in den Vordergrund:

  1. Fehlende Unterstützungen für Mitarbeitende
  2. Arbeitnehmerbestimmter Arbeitsmarkt
  3. Fehlende Work-Life-Balance
  4. Attraktive Alternativen auf dem Arbeitsmarkt
  5. Mangelnde Aufstiegsmöglichkeiten

Welche Branchen besonders von der Great Resignation betroffen sind und woran das liegt

Great Resignation trifft den Arbeitsmarkt spürbar, doch nicht alle Branchen sind gleichermaßen betroffen. Besonders deutlich zeigen sich die Auswirkungen dort, wo schon vor der Kündigungswelle hohe Belastung, Personalmangel oder schwierige Arbeitsbedingungen herrschten. In diesen Bereichen stoßen Unternehmen zunehmend an ihre Grenzen, wenn es darum geht, Mitarbeitende zu halten. Ein Blick auf die besonders betroffenen Branchen zeigt, wo die Herausforderungen am größten sind und warum gerade dort dringender Handlungsbedarf besteht.

Pflege und Gesundheitswesen

  • Hohe körperliche und emotionale Belastung
  • Mangelnde Wertschätzung und geringe Bezahlung
  • Pandemie als Beschleuniger

 

IT- und Technologieindustrie

  • Attraktive Alternativen auf dem Arbeitsmarkt
  • Überlastung durch ständige Erreichbarkeit und Druck
  • Fehlende Weiterentwicklung oder Innovationskultur

 

Logistik- und Einzelhandel

  • Niedrige Löhne bei hoher Arbeitsbelastung
  • Fehlende Perspektiven
  • Gestiegene Kundenerwartungen und Konflikte

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Great Resignation - bald auch in Deutschland?

In Deutschland zeigen sich erste Anzeichen dafür, dass auch hierzulande immer mehr Beschäftigte ihre Arbeitsbedingungen und Karrierewege kritisch hinterfragen. Besonders in Branchen mit Fachkräftemangel könnten steigende Kündigungszahlen schon bald Realität werden. Unternehmen sind jetzt gefordert, proaktiv zu handeln: Durch gezielte Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung gilt es nicht nur, Fachkräfte zu halten, sondern sich zugleich als attraktive Arbeitgeber zu positionieren – um dem Kündigungstrend wirkungsvoll entgegenzuwirken.

Erfassen Sie über Mitarbeiterbefragungen zentrale Faktoren wie Zufriedenheit, Arbeitgeberverbundenheit und Belastungen. So können Sie gezielt Maßnahmen ergreifen, bevor Unzufriedenheit zur Kündigung führt.

5 Maßnahmen zur Verhinderung der Great Resignation

Immer mehr Beschäftigte verlassen freiwillig ihre Jobs und stellen traditionelle Arbeitsmodelle infrage. Um der Great Resignation wirkungsvoll entgegenzuwirken, sollten Unternehmen gezielt in Maßnahmen investieren, die Motivation, Bindung und Zufriedenheit ihrer Mitarbeitenden langfristig stärken.

Flexibilität: Indem flexible Arbeitszeitmodelle als Option vorhanden sind, ermöglicht es Unternehmen ihren Mitarbeitenden, berufliche Verpflichtungen besser mit ihrem Privatleben in Einklang zu bringen. 

Attraktive Vergütung: Eine wettbewerbsfähige Bezahlung trägt zur Mitarbeiterzufriedenheit bei und steigert die Attraktivität eines Unternehmens als Arbeitsgeber. Sie signalisiert Wertschätzung und kann die Motivation sowie die langfristige Bindung von Fachkräften deutlich erhöhen. 

Unterstützung für Mitarbeitende: Die emotionale Mitarbeiterbindung zu stärken, senkt nachweislich die Wechselbereitschaft. Unternehmen, die gezielt auf individuelle Bedürfnisse eingehen und eine unterstützende Arbeitsumgebung schaffen, fördern Loyalität und erhöhen gleichzeitig die Arbeitszufriedenheit.

Modernisierung: Der Einsatz moderner Technologien und digitaler Arbeitsmittel verbessert nicht nur die Effizienz, sondern auch die Attraktivität des Arbeitsplatzes. Eine moderne Arbeitsumgebung stärkt zudem das Engagement und die Zufriedenheit der Mitarbeitenden.

Entwicklungsmöglichkeiten: Karriere- und Weiterbildungsangebote sind zentrale Faktoren, um Mitarbeitende langfristig zu halten. Wer Perspektiven für persönliches Wachstum und berufliche Entwicklung bietet, steigert die Motivation und schafft Vertrauen in eine gemeinsame Zukunft mit dem Unternehmen.

Beitragsautor Bente Püschel

Bente Püschel

Team Marketplace

„Great Resignation ist kein kurzfristiger Trend, sondern Ausdruck eines tiefgreifenden Wandels in den Erwartungen von Mitarbeitenden. Menschen kündigen nicht einfach ihre Jobs – sie kündigen Arbeitsumfelder, in denen sie sich nicht gesehen oder wertgeschätzt fühlen. Wer Talente halten will, muss Sinn, Flexibilität und echte Wertschätzung fest in der Unternehmenskultur verankern.“

Häufig gestellte Fragen

Im Mittelpunkt für freiwillige Kündigungen steht das Bedürfnis nach sinnvoller Arbeit, besseren Rahmenbedingungen und mehr Einfluss auf das eigene Berufsleben.

Die Corona-Pandemie war der Treiber für die Great Resignation. Sie hat viele Beschäftigte dazu gebracht, ihre Arbeitssituation zu hinterfragen und zu handeln. Ausgelöst wurde das durch Überlastung, fehlende Wertschätzung und den Wunsch nach mehr Sinn, Sicherheit und Flexibilität.

Great Resignation bewirkte, dass auch immer mehr Beschäftigte in Deutschland ihre Jobs und Entwicklungsmöglichkeiten in Ihren Unternehmen überdenken. Vor allem in Branchen mit Fachkräftemangel könnte das zu höheren Kündigungsraten führen, weshalb Unternehmen aktiv gegensteuern und ihre Attraktivität als Arbeitgeber stärken müssen.

Arbeitnehmende erwarten heute von ihrem Arbeitsplatz vor allem mehr Flexibilität, bessere Work-Life-Balance und erfüllende Tätigkeiten. Zudem legen sie Wert auf eine wertschätzende Unternehmenskultur, gute Führung und Entwicklungsmöglichkeiten, um sich langfristig wohlzufühlen und engagiert zu bleiben.

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