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Mitarbeiterproduktivität: Zentrale Erkenntnisse aus der BGM-Trendstudie #whatsnext 2025
Die Produktivität der Mitarbeitenden ist seit jeher ein entscheidender Faktor für den Erfolg eines Unternehmens. Sie zeigt, wie effizient und engagiert Teams arbeiten, und wie gut Strukturen, Führung und Gesundheit zusammenspielen. Die aktuelle BGM-Trendstudie #whatsnext 2025 macht deutlich: Kontrolle und Präsenzpflicht führen selten zu mehr Leistung. Entscheidend sind Vertrauen, gesunde Führung, Weiterbildung und ein gelebtes Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM).
In diesem Artikel erfahren Sie, was Mitarbeiterproduktivität bedeutet, was die Ergebnisse der Studie #whatsnext 2025 aussagen und wie Mitarbeiterproduktivität gemessen werden kann.
Maren Beer
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Inhaltsverzeichnis
Alles Wichtige auf einen Blick
- Produktivität entsteht durch Vertrauen, Gesundheit und Weiterentwicklung – Kontrolle und Präsenzpflicht steigern die Leistung kaum, stattdessen sind gesunde Führung, Weiterbildung, flexible Arbeitsmodelle und BGM entscheidend.
- Technik und Automatisierung fördern Effizienz: 86 % der befragten Organisationen sehen moderne Technologien als wichtigsten Hebel für mehr Produktivität.
- Mitarbeiterproduktivität wird am besten bewertet, wenn quantitative Indikatoren wie Output pro Arbeitsstunde mit qualitativen Faktoren wie Motivation, Arbeitsklima und Zufriedenheit kombiniert werden.
Was ist unter Mitarbeiterproduktivität zu verstehen?
Die Mitarbeiterproduktivität beschreibt, wie effizient Mitarbeitende ihre Aufgaben erfüllen und welchen Beitrag sie zur Zielerreichung eines Unternehmens leisten. Im Kern geht es darum, wie viel Leistung (Output) mit welchem Aufwand (Input) erzielt wird, zum Beispiel wie viele Aufträge, Produkte oder Dienstleistungen in einer bestimmten Zeit entstehen.
Ergebnisse zur Mitarbeiterproduktivität aus der Studie #whatsnext 2025
Die aktuelle Ausgabe der BGM-Studie #whatsnext 2025 zeigt deutlich: Produktivität ist weit mehr als nur das Ergebnis von Kontrolle und Anwesenheit. Über 1.300 Unternehmensverantwortliche aus Wirtschaft und öffentlichem Dienst wurden befragt – mit einem klaren Ergebnis: Mitarbeiterproduktivität entsteht dort, wo Vertrauen, Technik, gesunde Führung und Weiterentwicklung zusammenspielen.
Die zentralen Erkenntnisse
Mehr als die Hälfte der befragten Organisationen sind überzeugt, dass mehr Kontrolle durch Führungskräfte oder eine strikte Präsenzpflicht keine höheren Leistungswerte bringen. Nur 20.5 % der Teilnehmenden halten stärkere Kontrolle für produktivitätssteigernd, 26.9 % sehen eine Anwesenheitspflicht als hilfreich an.
Ganz anders fällt die Bewertung moderner, gesundheitsorientierter Faktoren aus:
- 86.6 % nennen den Technikeinsatz und Automatisierung als wichtigsten Hebel für mehr Produktivität.
- 79.3 % betonen die Bedeutung gesunder Führung.
- 72.4 % sehen Weiterbildung als zentralen Einflussfaktor.
- 64.2 % halten Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) für entscheidend.
- Und 53 % nennen Vertrauen und flexible Arbeitsmodelle als förderlich für die Leistungsfähigkeit.
Diese Ergebnisse zeigen, dass Produktivität nicht durch Druck, sondern durch gute Rahmenbedingungen wächst, also durch moderne Technologien, Weiterentwicklungsmöglichkeiten und ein gesundes, vertrauensvolles Miteinander.
Unterschiede zwischen den Rollen
Interessant ist der Blick auf die unterschiedlichen Perspektiven der Befragten: Geschäftsführende tendieren eher zu strukturellen Maßnahmen, wie beispielsweise Präsenzpflichten oder Kürzungen bei der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Personal- und Gesundheitsverantwortliche hingegen bewerten die weichen Faktoren wie Führung, Gesundheit und Weiterbildung als weitaus produktiver.
Was das bedeutet
Produktivität entsteht dort, wo Menschen leistungsfähig und zufrieden arbeiten können. Das setzt voraus, dass Unternehmen nicht nur in Technik, sondern auch in Kompetenzentwicklung, Führung und Gesundheit investieren. Die Daten der Studie #whatsnext 2025 zeigen, dass Organisationen, die auf Automatisierung, Weiterbildung und gesundes Arbeiten setzen, nicht nur Leistung, sondern auch Mitarbeiterbindung und Arbeitgeberattraktivität fördern. Produktivität ist somit keine Frage von Kontrolle, sondern von Vertrauen, Gesundheit und Weiterentwicklung.
Die verschiedenen Kennzahlen der Mitarbeiterproduktivität
Um Mitarbeiterproduktivität sichtbar und vergleichbar zu machen, greifen Unternehmen auf verschiedene Kennzahlen und Indikatoren zurück. Sie ermöglichen es, Entwicklungen zu erkennen, Erfolge zu messen und gezielt Maßnahmen abzuleiten.
Kennzahlen helfen dabei, objektive Daten mit subjektiven Wahrnehmungen zu verbinden. Wichtig ist, sie nicht isoliert zu betrachten, sondern immer im Kontext der Unternehmenskultur und Arbeitsbedingungen zu bewerten.
Typische Kennzahlen sind:
- Arbeitsproduktivität: Output pro Arbeitsstunde oder -tag
- Umsatz pro Mitarbeitendem: Gesamtumsatz geteilt durch die Zahl der Mitarbeitenden
- Fehlzeitenquote: Anteil der Krankheitstage an den Soll-Arbeitstagen
- Bearbeitete Projekte oder Aufträge: Menge der abgeschlossenen Aufgaben in einem Zeitraum
- Mitarbeiterzufriedenheit: regelmäßig über Befragungen ermittelt
- Kundenzufriedenheit: spiegelt indirekt die Qualität und Produktivität wider
Diese Kennzahlen bilden die Basis für fundierte Analysen. Ihre Aussagekraft steigt jedoch, wenn sie mit qualitativen Faktoren wie Motivation, Belastung und Arbeitsklima kombiniert werden.
Auf die konkrete Berechnung der Mitarbeiterproduktivität wird im Folgenden eingegangen.
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Berechnung der Mitarbeiterproduktivität
Die klassische Formel zur Berechnung der Arbeitsproduktivität lautet:
Mitarbeiterproduktivität =
Output
Input
Das bedeutet: Der erzielte Arbeitsertrag bzw. die Leistung (Output), z. B. produzierte Stückzahlen, Umsatz oder abgeschlossene Aufträge, wird durch den geleisteten Aufwand (Input), also Arbeitsstunden oder Personalkosten, geteilt.
In der Praxis wird diese Formel branchenabhängig interpretiert. Während in der Produktion Stückzahlen im Vordergrund stehen, sind es im Vertrieb Umsätze und in der Dienstleistung häufig bearbeitete Kundenanfragen oder Qualitätsindikatoren.
Beispiele aus der Praxis
1. Logistik
Ein Team aus 12 Lagermitarbeitenden kommissioniert an einem 8 Stunden-Arbeitstag insgesamt 9.600 Bestellungen.
- 9.600 ÷ (12 × 8 Stunden) = 100 Bestellungen pro Stunde und Mitarbeitendem.
2. Vertrieb
Ein Vertriebsteam aus 8 Mitarbeitenden erzielt in 60 Tagen 9,6 Mio. Euro Umsatz.
- 9.600.000 ÷ (8 × 60) = 20.000 € pro Arbeitstag pro Team, also 2.500 € pro Tag und Mitarbeitendem.
3. Kundenservice
Sechs Mitarbeitende bearbeiten 3.000 Anfragen in einer Woche (240 Stunden).
- 3.000 ÷ 240 = 12,5 Anfragen pro Stunde.
4. Marketing
Vier Mitarbeitende erstellen 48 Blogartikel in 640 Stunden.
- 48 ÷ 640 = 0,075 Artikel pro Stunde, also ein Artikel pro 13 Stunden.
5. Pflege
Ein Pflegeteam mit 10 Mitarbeitenden betreut in einer Woche 80 Patientinnen und Patienten. Insgesamt werden 4.000 Arbeitsstunden erbracht.
- 80 ÷ 4.000 = 0,02 betreute Personen pro Stunde, das entspricht eine betreute Person pro 50 Stunden.
Diese Beispiele verdeutlichen: Produktivität ist immer kontextabhängig. Entscheidend ist, welche Kennzahl den tatsächlichen Wert der Arbeit am besten abbildet – Quantität allein reicht nicht aus.
„Die nähere Betrachtung der Studie #whatsnext 2025 zeigt deutlich: Produktivität entsteht nicht durch Kontrolle oder Präsenzpflicht, sondern durch Vertrauen, gesunde Führung und gezielte Weiterentwicklung. Wer in Motivation, Gesundheit und Weiterbildung investiert, stärkt nicht nur die Leistung, sondern auch die Zufriedenheit und Bindung der Mitarbeitenden.“
Häufig gestellte Fragen
Mitarbeiterproduktivität beschreibt, wie effizient Beschäftigte ihre Arbeit erledigen. Sie zeigt das Verhältnis zwischen Leistung (Output) und Aufwand (Input), also wie viel Ergebnis in einer bestimmten Zeit oder mit bestimmten Ressourcen erzielt wird.
Dabei geht es nicht nur um Zahlen oder Umsatz, sondern auch um Faktoren wie Motivation, Gesundheit und Arbeitszufriedenheit, die maßgeblich zur Leistungsfähigkeit beitragen.
Die Produktivität lässt sich mit verschiedenen Kennzahlen erfassen, zum Beispiel mit dem Umsatz pro Mitarbeitenden, der Arbeitsproduktivität (Output pro Stunde) oder der Fehlzeitenquote.
Ergänzend sind qualitative Werte wichtig, etwa Ergebnisse aus Mitarbeiterbefragungen oder Feedback zur Arbeitszufriedenheit. Nur die Kombination aus quantitativen und qualitativen Daten zeigt ein realistisches Bild der tatsächlichen Produktivität.
Produktivität hängt von mehreren Aspekten ab. Dazu gehören die technische Ausstattung, Führungskultur, Arbeitsorganisation und persönliche Gesundheit der Mitarbeitenden.
Unsere Studie #whatsnext 2025 zeigt, dass gesunde Führung, Automatisierung, Weiterbildung und flexibles Arbeiten die größten positiven Einflüsse haben. Kontrolle und Präsenzpflicht wirken dagegen eher hemmend.
Die Studie #whatsnext 2025 zeigt, dass mehr Kontrolle und starre Präsenzpflicht kaum zu höherer Produktivität führen. Stattdessen bewerten über 80 Prozent der Befragten den Einsatz von Technik, Automatisierung, gesunder Führung und BGM als besonders wirksam. Unternehmen, die auf Vertrauen, Weiterbildung und moderne Arbeitsmodelle setzen, erreichen nachhaltigere Leistungssteigerungen und profitieren zugleich von höherer Mitarbeiterbindung und Arbeitgeberattraktivität.