Kategorie Befragungen

Psychische Gefährdungsbeurteilung (GB-Psych): Die Checkliste für BGM- und Unternehmensverantwortliche

Arbeitsverdichtung, ständige Erreichbarkeit und die Entgrenzung von Beruf und Privatleben führen bei vielen Beschäftigten zu Stress und Überforderung (als häufige Beanspruchungsreaktionen). Die GB-Psych hilft Unternehmen dabei, diese Risiken systematisch zu erkennen und gezielt gegenzusteuern. Was viele nicht wissen: Die GB-Psych ist nicht nur gesetzlich vorgeschrieben (nach § 5 ArbSchG), sondern kann auch nachhaltig das Arbeitsumfeld verbessern – und damit Motivation, Zufriedenheit und Produktivität.

Wie funktioniert eine GB-Psych? Welche Schritte sind erforderlich? Und wie lässt sich der Prozess effizient gestalten? All das erfahren Sie in diesem Ratgeber – inklusive einer praktischen Checkliste für BGM- und Unternehmensverantwortliche.

Profilbild Christian Fuhrken

Christian Fuhrken

  • Nach § 5 ArbSchG sind Arbeitgeber in Deutschland verpflichtet, eine GB-Psych durchzuführen, um psychische Belastungen am Arbeitsplatz zu bewerten.

 

  • Eine GB-Psych erfasst psychische Belastungen am Arbeitsplatz, um potenzielle Risiken zu identifizieren. Die Bewertung dieser Risiken erfolgt in einem zweiten Schritt, um daraufhin präventive Maßnahmen zu ergreifen.

 

  • Lösungen wie Workey erleichtern den Prozess der GB-Psych durch eine einfache Befragungserstellung, automatisierte Auswertung und gezielte Empfehlungen für eine nachhaltige Verbesserung der Arbeitsbedingungen.

Was ist die psychische Gefährdungsbeurteilung?

Die psychische Gefährdungsbeurteilung (kurz GB-Psych) ist ein Verfahren zur Erfassung und Reduzierung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz, dessen Durchführung gesetzlich vorgeschrieben ist. Gemäß Arbeitsschutzgesetz (§ 5 ArbSchG) sind Arbeitgeber in Deutschland seit 2013 verpflichtet, regelmäßig zu prüfen, ob und welche psychischen Belastungen in ihrem Unternehmen bestehen. Die Leitlinie der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) konkretisiert diese Pflicht.

Psychische Belastungen können dabei verschiedenen sein, bspw.:

  • Hohe Arbeitsintensität und Zeitdruck
  • Unklare Aufgaben und Verantwortlichkeiten
  • Fehlende soziale Unterstützung
  • Konflikte im Team oder mit Vorgesetzten
  • Ständige Erreichbarkeit und digitale Dauerbelastung

 

Ziel der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen ist es, diese Belastungen zu identifizieren sowie zu priorisieren und gezielt gegenzusteuern, um langfristig die Arbeitsbedingungen zu verbessern – und damit auch das Wohlbefinden der Beschäftigten.

Checkliste für BGM- und Unternehmensverantwortliche

Behalten Sie alle Schritte der GB-Psych im Blick – von der Erfassung psychischer Belastungen bis zur Ableitung gezielter Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen.

Warum ist die GB-Psych so wichtig?

Die Relevanz der psychischen Gefährdungsbeurteilung nimmt stetig zu. Studien und die Arbeitsunfähigkeits-Statistiken der größten deutschen Krankenkassen zeigen, dass psychische Erkrankungen wie Burnout oder Depressionen eine der häufigsten Ursachen für Arbeitsunfähigkeit sind. Fehlzeiten, Produktivitätsverluste und hohe Fluktuation können die Folge sein.

Unternehmen, die eine GB-Psych durchführen, profitieren vielfach:

Gesündere Mitarbeitende: Frühzeitige Identifikation von Belastungsfaktoren hilft, krankheitsbedingte Fehlzeiten zu reduzieren.

Höhere Produktivität: Gesunde Mitarbeitende arbeiten motivierter und effizienter.

Bessere Arbeitgebermarke: Ein gesundes Arbeitsumfeld steigert die Attraktivität des Unternehmens.

Erfüllung gesetzlicher Vorgaben: Arbeitgeber vermeiden rechtliche Risiken.

Gründe für die Zunahme psychischer Belastungen in der Arbeitswelt

Es gibt verschiedene Faktoren, die zur Zunahme psychischer Belastungen führen:

Arbeitsverdichtung

Erhöhte psychische Belastungen können die Folge von stärkeren Arbeitsverdichtungen sein, z. B. durch Personalabbau und daraus resultierende Mehrarbeit für einzelne Beschäftigte. Auch eine hohe Mitarbeiterfluktuation kann diesen Effekt verstärken, da verbleibende Beschäftigte zusätzlich die Einarbeitung neuer Kolleginnen und Kollegen übernehmen müssen.

Beschleunigung

Die fortschreitende Digitalisierung und der stetige Wandel in der Arbeitswelt führen dazu, dass Beschäftigte sich beispielsweise immer wieder in neue IT-Systeme einarbeiten müssen. Fehlt dabei eine angemessene Einarbeitung oder funktionieren die Systeme nicht zuverlässig, erhöht das die psychische Belastung und damit das Risiko von negativen Beanspruchungsreaktionen (Stress etc.).

Dienstleistungsorientierung

Der starke Service-Gedanke vieler Dienstleistungsberufe ist häufig mit einem hohen Freundlichkeitsdruck verbunden. Beschäftigte müssen auch dann freundlich und zugewandt bleiben, wenn das Kundenverhalten unfreundlich oder wenig wertschätzend ist – selbst wenn dies nicht ihren tatsächlichen Gefühlen entspricht und eine emotionale Diskrepanz entsteht.

Entgrenzung

Mobiles Arbeiten, Home-Office und flexible Arbeitszeitmodelle bieten mehr Freiheit – gleichzeitig verschwimmen dadurch zunehmend die Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben. Viele Beschäftigte haben Schwierigkeiten, abzuschalten und zur Ruhe zu kommen, da ständige Erreichbarkeit und fehlende Struktur das Gefühl erzeugen, jederzeit arbeiten zu müssen.

Informationsflut

Viele psychische Belastungen treten durch den Druck der ständigen Erreichbarkeit und des Multitaskings auf. Manche Beschäftigte werden mit Informationen überflutet und schaffen es teilweise kaum noch, relevante von irrelevanten Quellen zu unterscheiden und eine Priorisierung vorzunehmen.

Subjektivierung

Immer besser, höher, schneller, weiter – diesen Druck verspüren viele Beschäftigte nicht nur durch eigene Ansprüche, sondern auch durch äußere Erwartungen, etwa seitens des Marktes, der Geschäftsführung oder der Führungskräfte.

Gestaltungsbereiche der GB-Psych nach GDA-Leitlinie

Themenfelder GB-Psych

Die GDA-Leitlinie hebt folgende zentrale Gestaltungsbereiche hervor:

Wie funktioniert die psychische Gefährdungsbeurteilung?

7 Schritte zur GB-Psych:

Die Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie (GDA) definiert in ihrer Leitlinie zentrale Gestaltungsbereiche und empfiehlt 7 Schritte zur Durchführung einer umfassenden psychischen Gefährdungsbeurteilung (GB-Psych). Diese Vorgaben bieten eine solide Grundlage, um psychische Belastungen am Arbeitsplatz effektiv zu ermitteln, zu beurteilen und zu reduzieren.

Mit unserer Checkliste behalten Sie dabei alle Schritte im Blick – von der Erfassung psychischer Belastungen bis zur Ableitung gezielter Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen.

Best Practices: Erfolgreiche GB-Psych in der Praxis

Viele Unternehmen haben bereits die positiven Effekte einer strukturierten GB-Psych erlebt. Ein herausragendes Beispiel hierfür ist der Landkreis Lüneburg. Dort konnte durch die gezielte Analyse psychischer Belastungen am Arbeitsplatz eine Reihe von Maßnahmen umgesetzt werden, die die Belastungen reduzieren. Diese Maßnahmen sollen zu einer spürbaren Verbesserung des Wohlbefindens der Mitarbeitenden führen, was wiederum die Arbeitsatmosphäre und die Zusammenarbeit unter den Mitarbeitenden stärkt. Die Wirksamkeitskontrolle (als Wiederholungsbefragung) im Sinne des fünften Schritts der GDA-Leitlinie zur Gefährdungsbeurteilung wird den Erfolg der Maßnahmen bewerten.

GB-Psych mit Workey: Wie funktioniert das?

Manuelle Methoden der GB-Psych, wie Arbeitsplatzbeobachtungen und Interviews, sind oft zeitaufwändig und kompliziert. Mit Workey kann die gesetzliche Pflicht zur GB-Psych mit der Methode der Beschäftigtenbefragung ganz einfach erfüllt werden – von der Ermittlung psychischer Belastungen bis hin zur Festlegung von Maßnahmen. Mit Workey profitieren Unternehmen von: 

Vorlage zur GB-Psych: Von Experten entwickelte Vorlage mit 24 Themen und 79 Fragen nutzen.

DSGVO-Konformität: Workey ist vollständig DSGVO-konform. Alle Daten werden sicher gehostet und verarbeitet.

Kosten- und Zeitersparnis: Intuitives Dashboard ermöglich die automatische Auswertung in Echtzeit – kein spezielles Know-how notwendig.

Benchmarking: Ergebnisse mit Referenzwerten vergleichen und dringliche Handlungsbedarfe sofort erkennen.

Erfüllung gesetzlicher Anforderungen: Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben nach §5 ArbSchG.

Smartes Maßnahmen-Matching: Passende Maßnahmen-Empfehlungen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen.

Durch diese Funktionen wird die psychische Gefährdungsbeurteilung mit Workey nicht nur besonders effizient, sondern auch einfach und kostengünstig. Gerne unterstützen wir Sie bei allen Anliegen rund um die GB-Psych. Kontaktieren Sie uns dazu gerne hier

Profilbild Christian Fuhrken

Christian Fuhrken

Account Management

„Die psychische Gefährdungsbeurteilung ist weit mehr als eine gesetzliche Pflicht – sie ist ein zentraler Bestandteil eines ganzheitlichen Betrieblichen Gesundheitsmanagements. Indem Unternehmen die psychischen Belastungen ihrer Mitarbeitenden erfassen und adressieren, fördern sie nicht nur ein gesundes Arbeitsumfeld, sondern fördern auch langfristige Motivation, Produktivität und Wohlbefinden im Team.“

Häufige Fragen zur GB-Psych

Eine psychische Gefährdungsbeurteilung bewertet die psychischen Belastungen am Arbeitsplatz, um potenzielle Risiken zu identifizieren und präventive Maßnahmen zu ergreifen.

Nach § 5 ArbSchG sind alle Arbeitgeber in Deutschland verpflichtet, eine Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen durchzuführen, um psychische Belastungen am Arbeitsplatz zu bewerten.

Es gibt keine gesetzliche Vorgabe für ein festes Intervall, in dem eine psychische Gefährdungsbeurteilung durchgeführt werden muss. Es wird jedoch empfohlen, die Beurteilung spätestens alle 2-3 Jahre zu aktualisieren. Besonders wichtig ist, die Beurteilung vorzunehmen, wenn sich Arbeitsbedingungen oder organisatorische Rahmenbedingungen ändern, um neue Risiken zeitnah zu identifizieren und zu adressieren. Viele Unternehmen befragen Ihre Beschäftigten daher jährlich.

Der Fragebogen EYE-Q, der in Workey integriert ist, erfüllt alle gesetzlichen Anforderungen zur Erfassung der psychischen Belastungen gemäß ArbSchG §5 Abs. 3. Die Themen orientieren sich an der Leitlinie der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) (4. Auflage, Stand August 2022). Alle relevanten Gestaltungsbereiche können durch die Fragen des EYE-Q-Fragebogens vollständig abgedeckt werden.

Zu einer ganzheitlichen Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen zählen auch die Ableitung und Durchführung von Maßnahmen sowie die Kontrolle ihrer Wirksamkeit. Durch datenbasierte Handlungsempfehlungen erhalten Sie im Marketplace passende Angebote für diesen Prozess.

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Checkliste: GB-Psych

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